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Reisetipps

Krank auf der Insel - was jetzt?

Centro de Salud, Krankenhaus, Reisekrankenversicherung und Notrufnummern auf Gran Canaria

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Fieberthermometer am Strand.
Foto: (Symbolbild, KI-generiert)

Kaum jemand plant, im Urlaub krank zu werden. Passiert es doch, hilft es, die wichtigsten Anlaufstellen schon vorher zu kennen. Die medizinische Versorgung auf Gran Canaria ist gut, Praxen und Kliniken entsprechen europäischen Standards. Wichtig ist, den richtigen Weg zu wählen.

1. Der öffentliche Weg: Centro de Salud und Krankenhaus

Gesetzlich Versicherte haben in Spanien Anspruch auf notwendige medizinische Behandlung im öffentlichen Gesundheitssystem. Dafür brauchst du die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Sie befindet sich auf der Rückseite deiner deutschen Gesundheitskarte. Wichtig:

  • Jede Person braucht ihre eigene Karte, auch Kinder.
  • Nimm zusätzlich deinen Personalausweis oder Reisepass mit.
  • Weise sofort darauf hin, dass du als öffentlich versicherter Patient behandelt werden möchtest. Manche Einrichtungen bieten öffentliche und private Behandlung an, achte darauf, nicht versehentlich als Privatpatient geführt zu werden.
  • Wenn du in öffentlichen Einrichtungen mit der EHIC behandelt wirst, ist in der Regel keine Vorauszahlung nötig. Hebe trotzdem alle Belege und Rezepte auf.

Die Anlaufstellen:

  • Centro de Salud: das öffentliche Gesundheitszentrum für die Grundversorgung. Dort arbeiten Allgemeinmediziner, oft gibt es auch Sprechstunden für dringende Fälle. Für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden ist das der erste Weg. Es gibt Zentren in allen größeren Orten, etwa in Maspalomas.
  • Krankenhaus: Für schwere Fälle und Notfälle ist das Hospital Universitario de Gran Canaria Doctor Negrín in Las Palmas die zentrale Anlaufstelle. Es liegt in der Nähe der Playa de Las Canteras. Als weiteres Referenzkrankenhaus nennt die Tourismusbehörde das Insular-Materno Infantil in Las Palmas. Die Entfernungen aus dem Süden sind nicht gering, plane bei der Anfahrt Zeit ein.

2. Die Sprachbarriere

In öffentlichen Einrichtungen wird oft nur Spanisch gesprochen. Eine Übersetzer-App kann helfen, ist aber kein sicherer Weg: Aus eigener Erfahrung hat das im Centro de Salud in Maspalomas nicht funktioniert. Was dir die Verständigung erleichtert:

  • Schreibe deine Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente vorher auf Spanisch auf, zum Beispiel mit der App, und zeige den Zettel vor.
  • Nimm, wenn möglich, jemanden mit, der Spanisch spricht.
  • Bei Notrufen hilft das 112-Personal, das laut Regierung der Kanaren auch Deutsch und Englisch spricht.
  • Wer sicher gehen möchte, kann einen privaten, deutschsprachigen Arzt aufsuchen. Das ist dann eine Privatleistung, siehe Punkt 2.

3. Private Ärzte und Kliniken: schnell, aber teuer

Neben den staatlichen Einrichtungen gibt es viele Privatkliniken und Ärzte, die auf privater Basis behandeln. Das ist oft unkomplizierter und schneller, aber teuer. Manchmal wird schon eine Behandlungspauschale von rund 150 € verlangt, bevor es überhaupt losgeht, dazu kommen Untersuchungen und Medikamente. Die EHIC gilt dort nicht.

Reisekrankenversicherung: immer empfehlenswert

Aus diesem Grund ist der Abschluss einer Reisekrankenversicherung immer zu empfehlen. Sie übernimmt Kosten für private Behandlungen und je nach Tarif auch für einen Rücktransport nach Deutschland, den die EHIC nicht deckt.

Unser persönlicher Tipp: die ERGO Rundumschutz Versicherung. Wir haben sie schon drei Mal in Anspruch genommen und durchweg nur positive Erfahrungen gemacht. Das ist unsere persönliche Erfahrung, vergleiche vor Abschluss trotzdem die Leistungen verschiedener Anbieter. Achte besonders auf:

  • Übernahme von Behandlung und Medikamenten im Ausland
  • Rücktransport bei Krankheit oder Unfall
  • Notfallhotline, die rund um die Uhr erreichbar ist
  • Ausschlüsse, etwa bei Vorerkrankungen oder Risikosportarten

Hebe alle Rechnungen, Rezepte und Arztberichte auf. Du brauchst sie für die Erstattung nach der Reise.

4. Notrufnummern

  • 112: Europäischer Notruf, kostenlos und rund um die Uhr. Er gilt auch ohne SIM-Karte und leitet an Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei weiter. Bei Lebensgefahr wählst du immer diese Nummer. Die Leitstelle auf den Kanaren ist auf Englisch, Deutsch und Spanisch erreichbar.
  • 091: Policía Nacional (Nationalpolizei), zum Beispiel bei Diebstahl.
  • 092: Policía Local, die örtliche Polizei.

Speichere die Nummern vor der Reise in dein Handy.

5. Apotheken

Apotheken (Farmacias) erkennst du am grünen Kreuz. Sie sind in allen größeren Orten zu finden. Für kleinere Beschwerden berät dich oft schon der Apotheker. Außerhalb der Öffnungszeiten gibt es einen Apothekennotdienst, die Adresse hängt an jeder Apotheke aus.

Checkliste: Das gehört ins Gepäck

  • Gesundheitskarte mit EHIC, Personalausweis oder Reisepass
  • Unterlagen der Reisekrankenversicherung und deren Notfallnummer
  • Medikamentenliste und eigene Medikamente in ausreichender Menge
  • Zettel mit wichtigen Angaben auf Spanisch (Beschwerden, Allergien, Vorerkrankungen)
  • Sonnenschutz, Mückenschutz und eine kleine Reiseapotheke

Unser Tipp

Plane lieber zu früh als zu spät zum Arzt, vor allem bei Fieber, starken Schmerzen oder Verletzungen. Wähle bei akuten Beschwerden das Centro de Salud oder bei schweren Fällen das Krankenhaus. Wenn dir der private Weg wegen der Sprache lieber ist, kläre vorher, was er kostet, und stelle sicher, dass deine Reisekrankenversicherung die Rechnung übernimmt.