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Reisetipps

Gran Canaria – aber günstig

So sparst du bei Flug, Unterkunft und vor Ort, ohne auf Sonne und Strand zu verzichten

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Anzeige am Flughafen
Foto: Tom

Gran Canaria war lange ein Schnäppchenziel. Das ist es nicht mehr: Flug- und Hotelpreise sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Wer clever plant, zahlt aber deutlich weniger als der Durchschnitt. Das meiste Sparpotenzial liegt in der Planung vor der Reise.

1. Der Zeitpunkt entscheidet über den Preis

Die größten Preisunterschiede machen das Datum und besondere Anlässe aus.

  • Teuer: Juli und August sowie die Zeit vor Weihnachten bis Neujahr. Auch zu den großen Events wie Maspalomas Pride im Mai und Winter Pride im November steigen die Preise stark, und viele Hotels sind lange im Voraus ausgebucht.
  • Winter heißt nicht günstig: Im Süden ist Dezember bis Februar Hochsaison, weil viele Nordeuropäer dem Winter entfliehen. Wer Sonne im Winter will, zahlt dafür.
  • Günstiger: Mai/Juni, September/Oktober sowie die Zeit von November bis Mitte Dezember (außerhalb von Events). Auch März bis Mai gilt als Nebensaison. Das Wetter ist dann meist gut, die Strände sind leerer und die Preise niedriger.
  • Flexibel sein: Verschiebe deine Reise um ein paar Tage, vor allem weg von Wochenenden und Ferienbeginn. Oft spart das mehr als jeder Rabattcode.

2. Flug und Hotel getrennt buchen und vergleichen

Unsere Erfahrung der letzten Jahre: Getrennte Buchung von Flug und Unterkunft ist oft günstiger als die Pauschalreise. Vergleiche mehrere Buchungsportale. Wir sind in den letzten Jahren mit Check24 am günstigsten gefahren. Das muss bei dir nicht genauso sein, die Preise schwanken je nach Reisedatum und Angebot. Ein Vergleich lohnt sich also immer.

Tipps für den Flug:

  • Kalenderansicht nutzen: Preissuchmaschinen wie Skyscanner zeigen die Preise für den ganzen Monat. So findest du den günstigsten Tag.
  • Andere Abflughäfen prüfen: Auch wenn es bequemer ist, vom nächstgelegenen Flughafen zu fliegen, lohnt sich ein Blick auf weiter entfernte Flughäfen. Wer grenznah wohnt, sollte auch Flughäfen im benachbarten europäischen Ausland vergleichen. Rechne die Anreisekosten (Bahn, Parken, Sprit) aber ehrlich mit ein.
  • Früh genug buchen: Bei Kurzstrecken sind Preise oft auch wenige Wochen vorher noch fair, aber in der Hochsaison wird es schnell teurer.
  • Gepäck beachten: Bei Billigfliegern können Aufgabegepäck und Sitzplatzreservierung den Preis deutlich erhöhen.

3. Selbstversorger statt Hotel: Ferienwohnung und Airbnb

Wer keinen Luxusurlaub sucht und gern selbst kocht, fährt mit einer Ferienwohnung oft günstiger. Das gilt besonders für Paare, Familien und Gruppen, denn mit Küche sparst du bei Frühstück und Abendessen.

  • Auf die Registrierung achten: Auf den Kanaren müssen Ferienunterkünfte registriert sein. Airbnb verlangt für neue Inserate eine Registernummer und hat in den letzten Jahren unzulässige Angebote entfernt. Achte deshalb auf eine angegebene Registrierungsnummer. Die Regeln für Ferienvermietungen auf den Kanaren werden außerdem gerade neu gefasst, ein Blick in die aktuellen Bedingungen lohnt sich.
  • Lage prüfen: Eine günstige Wohnung weit weg vom Zentrum kann durch Taxi oder Mietwagen am Ende teurer werden. Achte auf Bushaltestellen in der Nähe.
  • Nebenkosten einrechnen: Reinigungsgebühr, Servicegebühr und Kaution erhöhen den Preis oft deutlich. Vergleiche den Gesamtpreis, nicht den Preis pro Nacht.

4. Vorsicht bei privaten Anzeigen auf Facebook & Co.

Hier ist Misstrauen angebracht. In der Vergangenheit sind immer wieder Wohnungen und Bungalows angeboten worden, die es gar nicht gab. Verbraucherschützer warnen vor genau dieser Masche, und sie betrifft auch bekannte Portale, nicht nur soziale Netzwerke. Warnzeichen sind:

  • Der Preis liegt deutlich unter dem regionalen Niveau vergleichbarer Angebote.
  • Der Vermieter verlangt den gesamten Preis im Voraus per Überweisung oder über Bargeldtransferdienste wie Western Union oder MoneyGram.
  • Die Kommunikation läuft nur über Messenger wie WhatsApp oder Facebook, es fehlen Name, Adresse und Telefonnummer.
  • Die Angaben sind knapp, die Fotos wirken austauschbar, das Impressum ist unvollständig.

So schützt du dich:

  • Buche am besten nur über etablierte Portale mit Buchungsschutz und zahle auch nur dort.
  • Zahle möglichst mit Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal (nicht die Option "Familie & Freunde"). Bei Betrug ist eine Rückbuchung dann eher möglich.
  • Eine Anzahlung von 10 bis 30 Prozent gilt als üblich, den ganzen Betrag im Voraus solltest du nicht überweisen.
  • Prüfe Fotos per Bildersuche und Adresse auf der Karte. Sprich im Zweifel mit dem Vermieter am Telefon.

5. Günstig essen und trinken

  • Supermarkt: Mercadona ist die größte Kette Spaniens und auch auf den Kanaren stark vertreten. Auch Lidl gibt es auf der Insel. Frisches Obst und Gemüse und lokale Produkte sind günstig. Die Eigenmarken von Mercadona sind meist die preiswerteste Wahl.
  • Menú del día: Das Mittagsmenü mit Getränk und Dessert kostet häufig etwa 10 bis 15 €. Das ist oft günstiger als ein Gericht à la carte.
  • Lokale Bars statt Touristenmeile: Kaffee kostet in lokalen Cafés oft 1 bis 1,50 €, in Touristenzonen eher 2 bis 3 €. Ein Bier (caña) gibt es in lokalen Bars häufig für 1,50 bis 2,50 €, in Touristengebieten für 2 bis 4 €. Ein Gericht im touristischen Restaurant liegt oft bei 15 bis 25 €. Gehe lieber ein paar Straßen weiter, dort wird es günstiger und oft auch authentischer.
  • Servicegebühr: Prüfe auf der Rechnung, ob sie schon enthalten ist, bevor du Trinkgeld gibst.

6. Unterwegs sparen

  • Bus statt Taxi und Mietwagen: Die Guaguas verbinden Flughafen, Las Palmas und den Süden günstig. Der Flughafen-Transfer mit der Linie 60 kostet etwa 3 €, ein Taxi dagegen 33 € oder mehr. Mehr dazu im Ratgeber „Mietwagen, Bus & Taxi“.
  • Mietwagen nur gezielt: Für ein paar Tage im Inselinneren reicht oft ein Kleinwagen. Außerhalb von Dezember und Ferien sind Kleinwagen oft schon für zweistellige Tagespreise zu haben.
  • Wohnlage klug wählen: In Las Palmas kommst du ohne Auto aus. Im Süden ist der Bus ebenfalls gut.

7. Kostenlos erleben

Viel Schönes auf Gran Canaria kostet nichts:

  • Strände: Alle Strände sind öffentlich zugänglich, auch Las Canteras in Las Palmas und die Strände von Maspalomas.
  • Dünen von Maspalomas: Das Naturschutzgebiet kostet keinen Eintritt.
  • Wandern: Die meisten Wanderwege sind gratis. Der Weg zum Fuß des Roque Nublo dauert etwa 45 Minuten und gehört zu den lohnendsten der Insel.
  • Museen: Die Casa de Colón in Vegueta ist sonntags kostenlos, sonst kostet sie etwa 4 €. Auch andere Museen in Las Palmas sind oft gratis oder sehr günstig. Prüfe vor dem Besuch die aktuellen Zeiten.
  • Städte und Dörfer: Ein Spaziergang durch Vegueta, Triana oder die Bergdörfer kostet nichts.

Unser Spartipp in Kürze

  1. Reise außerhalb von Juli/August, Weihnachten und großen Events.
  2. Buche Flug und Unterkunft getrennt und vergleiche mehrere Portale.
  3. Prüfe auch andere Abflughäfen, auch im Ausland, wenn du grenznah wohnst.
  4. Wähle eine Ferienwohnung mit Küche und kaufe im Supermarkt ein.
  5. Überweise nie den vollen Preis im Voraus an Privatleute, vor allem nicht bei Facebook-Anzeigen.
  6. Nutze Bus, Menü des Tages und die vielen kostenlosen Attraktionen.